Die Neuen Freibeuter

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Die verhältnismäßig neue Strategie der gegenwärtig futuristischen Freibeuter ist die Abschaffung jeglicher Art von Arbeit. Obwohl wir wissen, dass diese Angelegenheit der Triumph der Unverschämtheit ist, sagt ein wohlmeinender Mann dazu: „Es ist bloß ein Geschäft“.

Dieser menschliche Verfall wird in beispielhafter Weise besser durch Furio Colombo beschrieben, dessen Artikel hier in ordentlichem Deutsch durch die Lawinwordsblog Profis übersetzt wurde.

Arbeitsabschaffung? Nur eine Strategie!
Von Furio Colombo, 24 September 2017

Wenn du heute die Zweigstelle einer Bank in Italien betrittst, befindest du dich in einem überfüllten Raum mit wartenden Menschen, die Abrufnummern in den Händen halten, die Chance nutzend mit dem einzigen Mitarbeiter am Bankschalter zu sprechen. In seiner/ihrer knappen Zeit muss dieser Mitarbeiter, den Arbeitsprozess dann sogar noch manuell abwickeln. Zwischenzeitlich musst du deinen Beitrag, durch Ruhe bewahren, zum fließenden und vereinfachten Arbeitsprozess dieser Bankniederlassung leisten.

Jeder von uns, wenn er eine Bank betritt, arbeitet für die Bank, die alle „Überflüssigen“ (andere bereitwillig verfügbare Angestellte) entlassen hat und so den Service der Bank zum Kunden verschiebt, dadurch ihren eigenen Ertrag steigert und die Kunden zwingt ihre Zeit zu opfern. Das bedeutet, umsonst arbeiten. Die meisten der Bahnhöfe bieten das gleiche Arbeitsmodell zu Lasten derer an, die einst als Kunden zu bedienen waren.

Ich spreche nicht über Kartenautomaten, die schon vor Jahren durch das Web ersetzt wurden. Ich meine, dass die Leute auf sich selbst gestellt sind, alles selbst erledigen müssen, durch Videokameras beobachtet und durch Werbung ermuntert werden. Kein privater Kundendienst mehr, nur noch der Verkauf. Das entspricht bei weitem nicht den eigenen privaten Spielregeln.

Senioren, Behinderte, Kinder, übergroßes Gepäck – werden nicht berücksichtigt. Wenn einmal der menschliche Service zweitranging ist, gibt es im Hinblick auf eine erfolgreiche budgetäre Politik, kein Zurück. Das Problem erscheint wie ein Albtraum (offensichtlich stärker als in der Nacht) in nicht noch einmal unbedeutenden Bahnhöfen.

Du selbst befindest dich in völlig leeren Gebäuden. Sie sind ziemlich komplex mit mannigfaltigen Hinweisen zur Abfahrt und Ankunft und der Notwendigkeit die unterschiedlichen Wege und Zugrichtungen zu handhaben. Dann entdeckt man, dass jede Tür und jedes Fenster geschlossen sind und kein Kundendienstmitarbeiter oder Polizist zu sehen ist. Jede Gleisänderung fordert dich, zweifellos, den Zugang über eine nicht gerade einladende Unterführung zu nehmen.

Der TV-Monitor zusammen mit der Lautsprecherstimme aus dem Nirgendwo, sind der einzige Kontakt zur Außenwelt. Dies ist keine Form des Self-Service, die durch neue Technologie unterstützt wird. Das ist eben rein Nichts.

So können wir auch den Sinn und die Logik verstehen, was bei Ryanair geschieht. Das große irische Unternehmen der Niedrigkost-Flugreisen war eine fundamentale und großartige Idee wie die von Zuckerbergs Facebook. Es hat den abhängigen Reisenden erfunden.

Sie zahlen wenig und machen alles selbst außer Start, Flug und Landung in Gegebenheiten wie in Filmszenen. Diese Reisenden unterliegen schließlich dem Unternehmen, das Ankünfte und Abflüge verschiebt, Flüge streicht und sie auf die Warteliste setzt. Tausende Menschen stauen sich in den verschiedenen Terminals der Welt bis der Punkt der Annehmlichkeit erreicht ist, abzufliegen.

Das „Niedrigkost“ Geheimnis ist enthüllt. Es ist keine Frage der abgelegenen Flughäfen und die Wahl der zeitgünstigsten Abflüge (was weniger komfortabel ist) und niedrigen Löhnen für die Crew. Die Reisenden selbst sind in der Gewalt des Unternehmens.

Das bedeutet, dass sie das Unternehmen mit einem Scheinbar-Niedrigkostticket entschädigt, indem sie Funktionsstörungen hinnehmen und Opfer in der Zeit und dem Ort bringen müssen. Diese Tatsachen haben ihre eigene Moral.

Sie zeigen, dass Jobs (Arbeitnehmer) nicht verschwunden sind. Sie sind nicht abgeschafft worden und wurden auch nicht durch Immigranten und Robotern ersetzt. Stattdessen hat ein Wechsel des Szenarios stattgefunden in dem die Idee sich festsetzt hat, dass eine lebenslange Arbeit nicht länger notwendig ist. Dieser Vorstellung hat sich (jahrzehntelang seit der letzten Phase der Industrierevolution gepflegt) durchgesetzt, wobei die Bezahlung der Mitarbeiter ein notwendiges Übel ist, das Unternehmen kompromittiert.

Es gab Zeiten ohne Frauen. Frauen waren offensichtlich anwesend aber sie bedeuteten nichts und waren vermutlich nichts weiter als ein Dekorationsartikel. Eine Epoche ohne Kinder. Sogar die große Kunst des Malens dieser bemerkenswerten Periode beschreibt nur wenige Kinder, manchmal in asymmetrischen Ausmaßen und des Nichtbeachtens solcher Subjekte, die nicht als Teil der Gesellschaft gesehen wurden. Es hat Zeiten gegeben, die ausschließlich auf Stärke oder naturwissenschaftlichen Spekulationen basierten.

Seit Dekaden schon resultiert das Wiederentdecken des habgierigen Kapitalismus mit stetig steigender Tendenz, die Welt ohne Beschäftigung zu lenken. Genug mit dem widersprüchlichen Gerede! Viele Wirtschaftswissenschaftler (sogar Nobel Preisträger und nicht alle liberal) haben vor dem Mangel des Gleichgewichts gewarnt, der folgen wird, wenn menschliche Jobs aufgegeben werden, wie die Co-Verfechter des Fortschritts.

Das Argument ist nicht „benötigt-nicht benötigt“. Stattdessen ist eine kontinuierliche verbesserte Entwicklung notwendig, die nicht ohne uns da sein würde (Management und Maschinen ohne menschliches Zutun). Eine Entwicklung wäre nicht möglich und nicht mangels Menschen, aber umso mehr in fehlenden Gehirnen.

Menschliche Aktivität ist die beste Erklärung in einer Periode größter fortschrittlicher Ausweitung sowie jeder Weiterentwicklung in der Welt. Entweder wird die menschliche Arbeit als Teil der geschäftlichen, politischen und intellektuellen Strategie zurückgewonnen oder es wird überhaupt kein Wachstum mehr geben.

Dr. Salvatore Ivan Italiano
Dr. Salvatore Ivan Italiano

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